Warum geht mein Föhn nicht?
Von Rainer Bartel
„Wie komme ich ins Internet? Warum geht mein Föhn nicht? Wieviel Trinkgeld bekommt der Kellner? Auf Reisen gibt es immer auch praktische Überlegungen. Um Ihnen die Reisevorbereiten zu einfach wie möglich zu machen, haben wir schon mal die wichtigsten Infos zusammengestellt.“
(Quelle: www.visitberlinde)
Nehmen wir mal dieses Berlin. Ein Haufen Stadt, der aus einem Haufen Dörfer zusammengepuzzelt ist. Mit fehlenden Teilen. Das sind dann die schönen Stellen (Wald, Park, Brache). Mehr Leerstellen als Lehrstellen. Wobei der Klumpen im märkischen Sand ja dazu neigt, die Nichtberliner zu belehren. Vor allem bei ethnischer Belastung aus dem Schwäbischen. Das ist eine Art Berliner Rütli-Schwur, dass ein bisschen Klugschiss immer geht. Dafür sind die Denkmäler da, die von Denkmäulern erdacht und durchgepeitscht wurden. So wird die Hauptstadt, die mal des Reichs war, nun des Bundes ist, zum Magneten für Lehrer.
Nehmen wir mal dieses Holocaust-Mahnmal. Da grüßen sich die Mahnmalwärter mittags gern mit einem „Mahnmahlzeit!“. Ein kindgerechtes Erinnerungsstück (Nachlaufen, Verstecken). Ein jugendlichengerechtes Gelände (Knutschen, Knutschen). Und die Springreiter der Abokalypse schaun aus ihrem kühlen Büro drauf herab.
Spezialdemokratische Pädagogen werden ihr Schülerpack auch auf die gegenüberliegende Straßenseite zum Schwulenmahnmal schleifen. Da werden sie dann zur Toleranz gezwungen oder mit der Aussicht auf einen hippen Döner geködert. Wirkt in Berlin immer.
Nehmen wir mal diese Gewässer. Zum Beispiel dieses Mäander, das früher die Dorfkloake war, dann von findigen Fuzzis mit dem schicken Namen „Spree“ versehen wurde und heute die Historie (Revolution, Hitler, Hitler, Führer, Nazis, DDR, Mauerfall) zu einem feuchten Paket verschnürt. Den Bach befährt man bestens gruppenweise, denn es wirkt antidepressiv, wenn übellaunige Steuermänner Binsen blubbern.
Drumherum hat der Fladen Seen. Einer schöner als wie der andere. Teilweise sogar für Normalos zu bestranden. Oftmals aber fest in privaten Wessihänden. Da hat Herzmitschnauze nach der Wende mal nicht aufgepasst und, schwupps. Wobei kein Eingeborener erklären kann, wer wen gewendet hat.
Nehmen wir mal die Flughäfen. Nein, die nehmen wir mal nicht jetzt.