Montag, 6. September 2010 RSS Feed

Archiv für die 'Schlagzeilen' Kategorie

Nachtwort

Zwölf Stunden rang unsere Höhere Gewalt mit ihren kleinkoaltionären Partnern, ehe sie gestern kurz vor Mitternacht ihr Machtwort verkünden konnte.

Jetzt müssen wir uns nur noch etwas gedulden.

Dann werden wir schon sehen, ob’s nicht doch wieder ein Machtnixwort geworden ist.

Bislang wissen wir immerhin, dass die AKW-Laufzeiten verlängert werden. Um acht bis 14 Jahre, je nach Baujahr des Meilers: Die Laufzeit der älteren Kernkraftwerke wird um acht Jahre verlängert.

Das freut die Anwohner von Biblis A: Deren Reaktor wird dann vielleicht schon in acht Jahren ausgeknipst.

Nach 44 Jahren Gesamtlaufzeit.

AKWs jüngeren Datums dürfen sich dagegen einer um 14 Jahre verlängerten Laufzeit freuen.

Grund zur Freude in Neckarwestheim: Das dortige AKW wird 2035 ausgeschaltet.

Nach 46 Jahren Gesamtlaufzeit.

(ml)

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Etwas Geduld…

…ist allerdings immer noch gefragt. So erklärte die drittmächtigste Merkelin aller Zeiten, es könne noch nicht hundertprozentig gesagt werden, wann der letzte Atommeiler endgültig vom Netz gehen werde.

Immerhin wissen wir schon mal, dass die Atomlobby zwischen acht und 14 Jahren zusätzliche Frist zum Jammern bekommen hat.

Das juckt die Kanzlerin aber kaum. Sie freute ich öffentlich, dass das neue Energiekonzept mit den längeren Atomlaufzeiten eine echte „Revolution“ sei.

Mit etwas Pech erleben wir also auch noch, wie diese Revolution ihre Kinder frisst.

Und überhaupt: „Unsere Energieversorgung wird damit die effizienteste und umweltverträglichste weltweit.“

Und das heißt zunächst mal, dass sie es noch nicht ist.

Und zwar mit denselben Reaktoren, deren Laufzeit jetzt verlängert werden soll.

(ml)

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Eitel Freude…

…herrscht jetzt natürlich im Hause Röttgen. Obwohl der Umweltnorbert ja erst mal ne Maximal-Verlängerung von acht Jahren angepeilt hatte.

Aber das klingt ja irgendwie so ähnlich wie vierzehn.

Zudem gehe es ja um mehr als nur längere Laufzeiten für Kernkraftwerke: „Wir haben gemeinsam einen Fahrplan in das Zeitalter der erneuerbaren Energien aufgestellt.“ Wie schön.

Und zu einem deutschen Fahrplan gehört die Verspätung ja ebenso zuverlässig, wie der Atommüll zum Kernkraftwerk.

Und überhaupt: Ein derartiges Förderprogramm habe es in Deutschland, aber wohl auch weltweit bislang nicht gegeben.

Vielleicht aus gutem Grund?

(ml)

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Frohlockenköpfchen

Nicht minder ausgelassen gab sich Wirtschaftsrainer Brüderle. Der rief angesichts der Einigung nicht weniger als den Beginn einer “neuen Zeitrechnung” aus. Pffft …

Was weiß jemand, für den rund um die Uhr Happy Hour ist, schon von Zeitrechnung?

(sb)

Stolzgeschwellt verkündete er: „Die Mühe hat sich gelohnt. Uns ist ein großer Wurf gelungen.“

Bleibt nur abzuwarten, wer am Ende die Beule am Kopf haben wird.

Dem ZDF versicherte Brüderle heute früh, die Entscheidung sei mit Fachgutachten „sorgfältig“ vorbereitet worden.

Wie damals auch die Subvention für Hotelbetten.

Und überhaupt: „Politik ist auch die Kunst des Möglichen, und hier ist was Gutes zusammengekommen.“

Was er damit jetzt so genau meint, weiß ich auch nicht.

Aber ich tippe mal, es ist ein guter Grund, ein Gläschen darauf zu trinken.

(ml)

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Und was bringt das?

Zunächst mal: Jede Menge Kohle. Während der Umweltnorbert lediglich von einem „substanziellen Beitrag“ sprach, kalkulierte der Wirtschaftsrainer schon mal auf satte fuffzehn Milliarden Øre.

Zuzüglich der Gelder, die eingesammelt werden können, wenn sich eine der nachfolgenden Regierungen abermals breitschlagen lässt.

Außerdem erklärte Brüderle rasch noch, das Ziel der geplanten Brennelemente-Steuer sei ja primär ein „Umsteuern in Energiepolitik“ hin zu erneuerbaren Energien und nicht die Sanierung des Haushalts. Kennen wir auch schon.

Die Tabaksteuer soll uns ja in erster Linie alle zu Nichtrauchern machen.

Und der Finanzwolli hat immer ein echt schlechtes Gewissen, wenn er sie einkassiert.

(ml)

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Und was kommt dann?

Jede Menge Motzerei, der Wirtschaftsrainer Brüderle aber schon heute Morgen einen Riegel vorzuschieben versuchte, als er behauptete, das Atomrecht sei „zweifelsfrei eine Bundeszuständigkeit“, die Länder müssten hiermit also nicht befasst werden.

Da ist was dran.

Die Länder haben mit der Katastrophenschutz-Planung ohnehin genug zu tun.

(ml)

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Die Zahl des Tages …

… bescherte uns gestern Emnid. Im Auftrag der BamS hatten die Meinungssammler doch tatsächlich heraus gefunden, dass 18 Prozent der Bundesbürger eine Thilo Sarrazin-Partei wählen würden.

Leider nicht gefragt hat Emnid, wie viele Bundesbürger Thilo Sarrazin für eine Kunstfigur von Hape Kerkeling halten.

Der Verdacht liegt nahe.

Um aus der Zahl die heiße Luft rauszulassen, muss man nicht einmal andere Umfragen bemühen. Bei genauerem Studium der Umfrage stellt sich nämlich heraus, dass Thilo Sarrazin mit seinen 18 Prozent – wohlgemerkt trotz der aktuellen gewaltigen medialen Präsenz im Rücken – nur unter ferner liefen landet. Hinter Joachim “Nicht der Wulff” Gauck (25 Prozent) und Friedrich “Nicht die Merkel” Merz (20 Prozent).

Gauck – ok, dessen 15 Minuten Ruhm sind noch frisch im Gedächtnis.

Aber können Sie mir erklären, wie in drei Teufels Namen ich jemanden ernst nehmen soll, der gegen ein Milchbrötchen wie Ex-Vizefritze Merz, den seit Jahren kein Schwein mehr auf dem Zettel hat, abstinkt?

Die Frage, was für diese drei Protagonisten spricht, ist schnell beantwortet: Sie verkörpern die Rebellen, die den Politikbetrieb aufgemischt haben, was den Verdacht nahe legt, dass das Ergebnis weniger mit den Inhalten zu tun hat als mit einer allgemeinen Unzufriedenheit über “die da oben”. Das muss mittlerweile sogar der Merkelin gegötterdämmert sein, weshalb sie in derselben BamS flugs eine Integrationsdebatte forderte. Und zwar “ohne Tabus”.

Was auf Politikerdeutsch so viel heißt wie “Hauptsache schön laut, das lenkt ab”.

(sb)

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Was macht eigentlich …

… Lothar Matthäus? Wieder mit seiner Frau Liliana rum. Nachdem die Scheidung schon so gut wie beschlossene Sache zu sein schien, wurde das Paar nach Informationen der Bild jetzt bei einem gemeinsamen romantischen Dinner gesichtet. Darauf angesprochen sagte der Rekordnationalspieler: “Zu meinem Privatleben sage ich nichts”.

Entschuldigung, Herr Matthäus, aber fürs Witzemachen sind immer noch wir zuständig.

(sb)

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Das war’s. Das Wettern.

Alice Schwarze geht weiter für Kai Diekmann anschaffen. Die Feministin hat sich von der Bild-”Zeitung” als Gerichtsreporterin im Fall Kachelmann einspannen lassen. Was ungemein objektiv werden dürfte, hat sie für sich doch längst lautstark entschieden, dass der Wetteronkel seine Freundin vergewaltigt hat. Von daher ist dieses Engagement ein wenig … wie formuliere ich das am besten …

Da hat jemand die BöckIn zur GärtnerIn gemacht.

(sb)

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