Wurstwasserschaden
Mit Rekord-Geschwindigkeit hat sich unsere wackere Regentin von Bayern-Präsident Uli Hoeneß abgesetzt.
Christian Wulff soll schon ganz neidisch sein.
Regierungssprecher Steffen Seibert richtete gestern im Auftrag der holden Obrigkeit aus: „Viele Menschen sind jetzt enttäuscht von Uli Hoeneß, die Bundeskanzlerin zählt auch zu diesen Menschen.“ Warum nicht gleich so?
Das Schöne daran:
Sie musste deswegen nicht mal ne Currywurst bei McDonalds verputzen.
Weiter erklärte Seibert: „Aber es ist jetzt durch die Tatsache der Selbstanzeige wegen Steuerbetrugs eine andere, traurige Facette hinzu gekommen.“
Das wird jetzt bitter:
„Wenn die Merkeln Trauer tragen“
Zugleich ließ Seibert aber auch durchblicken, dass es unserer Höheren Gewalt weniger um die Person des Fußball-Managers geht, als vielmehr um das an Roten und Grünen gescheiterte Steuerabkommen mit der Schweiz.
Und natürlich darum, dass dieses Steuerabkommen offenbar in erster Linie dazu dienen sollte, Steuerhinterziehern die Anonymität zu sichern.
Gleichwohl optimistelte Seibert tapfer: „Alles spricht für diese systematische, lückenlose Lösung, und eines Tages wird ein solches Abkommen auch kommen.“
Und wenn die FDP dann nicht mehr mitregiert, könnte es sogar was taugen.
Ungefähr so ähnlich sieht das Finanzwolli Schäubles Sprecher Martin Kotthaus, der seinerseits ausrichten durfte, mit dem Steuerabkommen wäre es „gelungen, nicht nur die Einzelfische zu fangen, sondern den ganzen Schwarm im Netz zu haben.“
Und wenn jeder Schwarm-Insasse gegen ne geringe Gebühr seine weiße Weste behalten kann, findet man hinterher immer noch einen, mit dem man sich fotografieren lassen kann.
1 inneres Oktoberfest…
…ist die Geschichte natürlich für die Sozis. Deren Fraktionsvize Joachim Poß bezeichnete Steuerflucht in der Leipziger Volkszeitung als „schlimmste Form asozialen Verhaltens“. Aha.
Wieder einer, der die McCurrywurst noch nicht probiert hat.
Zudem kritisierte Poß die Amnestieregelung für Selbstanzeiger: „Es gibt keinen ernsthaften Beleg dafür, dass die strafbefreiende Selbstanzeige Steuerhinterziehung verhindert und ‘reuige Sünder’ produziert.“
Allerdings gibt’s auch keinen Hinweis darauf, dass das öffentliche Anprangern von Steuer-Straftätern andere Schlauberger vom Steuerhinterziehen abhält.
SPD-Fraktionsvizehubi Heil mutmaßte derweil gegenüber der taz, vielleicht hätten auch andere Koalitionspolitiker schon länger von den Ermittlungen gegen Hoeneß gewusst.
Ein schwerwiegender Verdacht:
Stellen Sie sich nur mal vor, diese Koalitionspolitiker hätten absichtlich nichts über laufende Ermittlungen verlautbart.
Auf Fraktionsfrank „Minuswalter“ Steinmeier stocherte lauthals im Trüben und warf die Frage auf: „Warum hat sich der bayerische Ministerpräsident so sehr für das Steuerabkommen mit der Schweiz engagiert?“
Vielleicht, weil ein derartiges Engagement seitens der Liberalen noch unglaubwürdiger gewesen wäre?
Cautio Criminalis
Gleichwohl sollten die Sozis in der Causa Hoeneß vielleicht etwas sachter auftreten, denn die Leipziger Volkszeitung berichtet heute, Hoeneß habe Peer „den Prächtigen“ Steinbrück beraten, als dieser noch Bundesfinanzminister war.
Dabei hätte Steinbrück dessen Tipps hinterher viel dringender gebraucht.
Gemeinsam mit der überführten und geständigen Theologin Margot Käßmann…
Oder so.
…habe Hoeneß einer prominenten Beraterrunde angehört, die sich unter anderem mit einem Steuerhinterziehungs-Bekämpfungsgesetz befasst haben soll, das sich später als untauglich erweisen habe.
Sage einer, solche Gremien würden nix bringen.
Was macht eigentlich …
… Uli Hoeneß? Tabula Rasa. Der Sport Bild steckte der Bayern-Präsident unumwunden, dass er in der Steueraffäre einen schweren Fehler begangen habe und “reinen Tisch” machen wolle. Ehrlich.
Von KT zu Guttenberg über Wulff bis Schavan arbeiten alle ihre Skandale scheibchenweise auf – und wer setzt nicht auf die Salamitaktik? Der Wurstfabrikant.
Echtes Grauen…
…dürfte hingegen inzwischen die Arbeitsulla von der Leyen befallen haben, denn Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte gestern auf Nachfrage, das Vertrauen der Kanzlerin in ihre Arbeitsulla sei „ungebrochen“.
So schlimm?
Jawoll: So wundert es nicht, dass CDU-MdB Erika Steinbach schon mal die Daumenschrauben rauskramte und auf Bild.de den Rücktritt der Ministerin forderte.
Jetzt muss sich die Regentin nur noch entscheiden, ob sie sich lieber auf die Seite Steinbachs, oder auf die Seite von der Leyens schlägt.
Zur Begründung berichtete Steinbach, die Arbeitsulla habe „das Vertrauen der eigenen Fraktion missbraucht“: Unter anderen hatte der Spiegel gestern berichtet, von der Leyen habe sich in Sachen Frauenquote mit den MdBs anderer Fraktionen abgestimmt.
Und wer über Parteigrenzen hinweg nach sachdienlichen Lösungen sucht, hat das Vertrauen der Unions-Fraktion auch gar nicht verdient.
Das schließlich war das Stichwort für den liberalen Generalpatrick Döring. Der offenbarte, es sei einem „freigewählten Abgeordneten unbenommen, eine andere Meinung zu haben“, erklärte aber zugleich, dass die FDP eine feste Frauenquote weiterhin ablehne.
Das ist ja das Tolle an Meinungsfreiheit:
Sie gilt unabhängig von der Qualität der jeweiligen Meinung.
Die Meldung des Tages …
… kommt aus München: Der FC Bayern kauft für 37 Millionen Euro Mario Götze für seinen eh schon doppelt hochkarätig besetzten Kader. Na toll.
Nochmal 37 Millionen, die Uli Hoeneß auf der Bank verstecken kann.
Trotsreaktion
Das niederländische Nationale Festkomitee hält an dem umstrittenen Königslied fest. Wie Spiegel online meldet, solle die Komposition wie geplant anlässlich von Willem-Alexanders Krönung gesungen werden.
Wobei ich ja immer noch glaube, dass Hape Kerkeling dahinter steckt.
In der Nummer stecken gleich zwei seiner Klassiker drin: Königin Beatrix und Hurz.
Das schmalzige Lied hatte viel Spott geerntet, weil die Interpreten darin unter anderem feierlich schwören: “So klein wir auch sein mögen, unsere Taten sind groß. | Nichts bringt uns zu Fall. Für dich, mein Kind. Für meinen Vater, für meine Mutter. | Ich laufe für dich durch Regen und Wind und werde hinter dir stehen. | Ich trage ein Banner mit deinem Namen, glaube an dich, solange ich lebe.”
Ursprünglich war das Lied für Kim Jong-un geschrieben worden, aber selbst dem war der Text zu pathetisch.
Kinderquatsch mit Justin
Eine norwegische Comedy-Show ist wegen eines Scherzes mit Justin-Bieber-Fans in die Kritik geraten. Laut der Bild-”Zeitung” waren fünf Mädchen Justin-Bieber-Konzertkarten angeboten worden unter der Bedingung, dass sie zum Islam konvertierten. Die Teenager schminkten sich demnach bereitwillig ab, zogen einen Hidschab über und rezitierten öffentlich arabische Verse. Ja, nu …
Solange Justin Bieber nicht der Hoffnung Ausdruck verleiht, dass Anne Frank dasselbe getan hätte …